Montag, 6. April 2015

Liebe Schwester von Jill Sooley



© Die Rechte am Cover liegen beim jeweiligen Verlag
Produktinformation
  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (14. Juli 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442743664


Das Buch war einerseits viel zu schnell zu Ende, andererseits war ich froh, dass die Beteiligten… zur Ruhe kamen, um es mal so auszudrücken, ohne zu spoilern.

Patchworkfamilien sind heutzutage nichts Besonderes mehr, fast schon im Gegenteil… Ray, Marie, Lolly und Floss waren eine Patchworkfamilie, bis Ray starb. Das Zusammenleben bestimmt von der Frage, wie man das Kind des Partners lieben sollte, kann... wie viel Liebe es zulässt…
Zusätzlich zu einer bösen Überraschung nach Rays Tod muss Marie noch erleben, wie ihre geliebte Tochter Floss sie verlässt. Zurück bleibt Lolly, Rays Tochter, zu der sie meint, keine tieferen Gefühle entwickelt zu haben, weil Lolly sie ablehnt. Lolly lebt zudem ihr eigenes Leben mit Gabe, dem Vater des gemeinsamen Sohnes Kenny. Maries Tage ziehen sich unendlich in die Länge, das hat mir so wehgetan, nur beim Lesen.

Die Geschichte beginnt, als beide Töchter wieder nach Hause kommen, in Maries Haus. Jede mit ihrem Päckchen, welches sie zu tragen hat. Jedes Kapitel wird abwechselnd aus der Sicht einer der Frauen erzählt, von welcher erfährt man aus der Kapitelüberschrift. Und in jedem Kapitel möchte man die Beteiligten schütteln, aufrütteln, sie bitten, endlich miteinander über ihre Gefühle zu reden.

Die Autorin schafft es mit klaren und feinen aber intensiven Worten, uns die drei Hauptprotagonistinnen so nahe zu bringen, dass ich mich in jede sofort hineinversetzen konnte. Ich konnte die Zerrissenheit fühlen, die jede verspürte, wenn sie aus ihrer Sicht auf die Vergangenheit zurückschaut. Jede von ihnen tat mir so leid, diese vielen Missverständnisse, sehnsüchtige Wünsche, unerfüllte Hoffnungen, dabei hätte es so leicht sein können, oder zumindest leichter.

Ein wunderbares Buch, einzig der Klappentext täuscht ein wenig, so wie auch der Buchtitel. Das Schwesternverhältnis kommt nicht so ausdrücklich zur Sprache, wie man beidem zu entnehmen denkt. Jedenfalls habe ich es so empfunden, was meinem Lesevergnügen jedoch keinesfalls geschadet hat.

Letzte Sätze, Lolly: „Er tupft mein Gesicht mit einer Serviette ab. Sie ist hart und rau, doch anders habe ich die Liebe nie gekannt.“

Leseempfehlung, unbedingt! 


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