Sonntag, 9. Februar 2014

Sarahs Schlüssel

von Tatiana de Rosnay, auf deutsch 2007 im Berliner Taschenbuchs Verlag erschienen. 

Mir freundlicherweise als Wanderbuch von Marion zur Verfügung gestellt, herzlichen Dank dafür.



Klappentext:
Die zehnjährige Sarah wird im Sommer 1942 zusammen mit ihren Eltern von der französischen Polizei deportiert. Nach Tagen der Angst gelingt ihr die Flucht. Sie ist getrieben von dem Wunsch, ihren kleinen Bruder zu retten, den sie zu Hause in einem Wandschrank versteckt hat - Julia, eine amerikanische Journalistin, die mit ihrem französischen Mann in Paris lebt, entdeckt, dass die Familie ihres Mannes jahrzehntelang in einer Wohnung gelebt hat, die vor 1942 Juden gehörte. Schockiert begibt sie sich auf die Suche nach der jüdischen Familie - ohne zu ahnen, dass dies ihr Leben radikal verändern wird.



Dieses Buch berührt und erinnert, und das ist gut so. Als ich mich endlich getraut habe, und mich eingelesen hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Zwischendurch habe ich bitterlich geweint.
Es ist flüssig geschrieben, das Lektorat war sehr gut. Die Geschichte läßt einen nicht los und anfangs wird abwechselnd aus Sarahs und Julias Perspektive berichtet. Man leidet buchstäblich mit.


Einen Punkt habe ich zu bemängeln:
Julia ist Journalistin, recherchiert und verarbeitet ihre Erkenntnisse in einem Zeitungsartikel. Die Zusammentreibung wurde von der französischen Polizei durchgeführt, auch die Deportationen führten Franzosen durch. Französische Polizisten, die die Menschen, die sie da zusammentrieben und unter menschenunwürdigsten Bedingungen zusammenpferchten, teilweise persönlich kannten. Damit umzugehen und die Befehle auszuführen muss Gefühle ausgelöst haben. Wie empfanden die Polizisten die Situation und sind Schuldgefühle aufgekeimt oder noch vorhanden? Oder taten sie es als Auftrag ab, von dem jemand schon wissen musste, was er befahl?

Auszug aus einem Gespräch über den Artikel zwischen Julia und Joshua, ihrem Kollegen:



 
Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet… dass dazu noch etwas kommt, kam aber nicht. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass dieser für mich sehr wichtige Aspekt, der mich auch sehr wütend und nachdenklich gemacht hat, mehr angesprochen worden wäre.

Insgesamt ein aufwühlendes Buch. Ich bin froh, es gelesen zu haben.

Zakhor. Al Tichkah.
Erinnere Dich. Vergiss niemals.

Kommentare:

  1. Und *zack*...da liegt es, auf der Wunschliste ganz oben. ;-)

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  2. Ein sehr schweres Buch, du brauchst viel Mut zum Lesen.

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