Sonntag, 16. Februar 2014

Mit zwei Pampelmusen auf den Himalaya von Tina Wolf

©Cover HEYNE

Produktinformation

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (13. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453411501
ISBN-13: 978-3453411500




Dieses Buch bekam ich über Claudias Bücherregal und den HEYNE-Verlag als Rezensionsexemplar. Es stand auf meiner Wunschliste, deshalb habe ich mich besonders gefreut, vielen Dank, Claudia, und auch Danke dem HEYNE-Verlag.

Vorab kurz zu Cover und Titel des Buches, beides hat mich verwirrt, als ich das Buch zum ersten Mal sah. Gut, nach dem Lesen des Klappentextes wusste ich, was die Kinderschuhe zu bedeuten hatten. Aber was zum Teufel hat der Himalaya mit dem Kinderwunsch zu tun und wieso muss man dann auch noch zwei Pampelmusen mit hinauf nehmen??? Das hat mich definitiv neugierig gemacht. Bis zur endgültigen Auflösung dauerte es bis zur Seite 273, mehr verrate ich hier nicht. 

Zum Inhalt: 
Mittdreißigerin, Fotografin, Chaotin, glückliche und immer noch verliebte Ehefrau, Lisa, und ihr völlig gegensätzlicher, nach Plan und Kopf lebender Ehemann, der sie auch liebt, Bob, wünschen sich ein Kind. Leider fliegt der Storch ohne Aufenthalt an Lisa vorbei und es vergeht einige Zeit. Die biologische Uhr tickt. In dieser Zeit passiert, was man oft hört: Sex nach Eisprung, es wird zu wenig miteinander gesprochen und der Zeugungsstress zermürbt die an sich glückliche Beziehung. Bis Bob geht… Und Lisa inmitten ihrer zauberhaften und besten Freundinnen einen Entschluss fasst. 

Meine Meinung:
Gleich am Anfang bekommt der Leser erklärt, was es mit dem Himalaya auf sich hat. Der Arzt der Kinderwunschklinik bereitet Lisa darauf vor, dass der Weg der Behandlung so lang und so schwer sei, wie der Aufstieg auf den Himalaya. Und auch gleich nach den ersten Sätzen wusste ich, dass ich mich auf einen humorvollen und leichten, trotz des schweren Themas, Roman freuen konnte. Die Autorin beschreibt mit einer sehr ausgewogenen Mischung an ernsten und humorvollen Worten das Thema „unerfüllter Kinderwunsch“, das für jede Familie in dieser Situation belastend und wegen der hohen Kosten der Behandlung auch existenzbedrohend sein kann.


Das Buch beginnt mit dem Besuch in der Kinderwunschklinik und geht dann weiter, als alles begann. Durch die Kapitelüberschriften, die den Leser immer darauf hinweisen, in welcher Zeit man sich gerade befindet, bleibt man bestens im Geschehen. Der Schreibstil ist, wie schon bemerkt, locker und leicht, liest sich flüssig und ließ mich sehr oft schmunzeln. 

Seite 99, Geburtstag der Tante, Lisas Vater war nicht dabei: „… denn er lag angeblich im Bett. Er hatte „Rücken“, beteuerte Mutter mit ernster Miene, und ich fragte mich, ob sie das eigentlich selbst glaubte. Ich war davon überzeugt, dass er nicht Rücken, sondern Freizeit hatte.“ 

oder   

Seite 191: „Auf der anderen Straßenseite schob eine gestresst wirkende Frau einen Kinderwagen samt Inhalt an den Geschäften vorbei. Der Inhalt schrie.“ 

Vielen Dank an das hervorragende Lektorat, leider musste ich in der letzten Zeit – auch bei großen Verlagen – feststellen, dass dem Lektorat nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wurde. 

Fazit:
Ein wirklich rundum wunderbar gelungener Roman, der in respekt- und doch auch humorvollen Worten ein schwieriges Thema beschreibt, ohne in die eine oder die andere Richtung abzugleiten. Ein Buch, das nebenbei auch aufzeigt, dass manchmal das, was man gerade für das Wichtigste im Leben hält, es nicht ist. Oder nicht nur… oder dass es auch anders geht, wenn es eben sein muss. Und dass man das, was man hat, schätzen und schützen muss.

Ernstgemeinte und gern gegebene 5 von 5 Hintern
 

Kommentare:

  1. Das Buch ist mir schon des öfteren aufgefallen, aber ich habe bisher nicht registriert, dass es um Kinderwunsch geht.

    Klingt wirklich sehr unterhaltsam :)

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  2. es ist toll, Daggi! du wirst es mögen :)

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  3. Wahnsinn Claudia, ich bin begeistert, wieviele scheinbar "seichte" Bücher wahre Schätze sind. Dass diese Cover und Titel einen manchmal so in die Irre führen, ist nicht fair. Das Buch wär mir ohne deine Rezi einfach entgangen, befürchte ich.

    Vlg Steffi

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  4. es war nicht seicht und behandelt ein wirklich ernstes Thema. Ich hab mich auch erst vom Cover irritieren lassen... und dann keinen Buchstaben bereut :)

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