Samstag, 15. Februar 2014

Das Glücksbüro von Andreas Izquierdo

Produktinformation
©Dumont Buchverlag


  • Broschiert: 268 Seiten
  • Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 4 (25. Februar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832162259
  • ISBN-13: 978-3832162252



Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich mich der Klappentext neugierig gemacht hat – Ziel erreicht!
Und weil ich mal etwas anderes als pures ChickLit lesen wollte.



Zum Inhalt:

Ein Amt, ein Beamter, trocken und staubig, so denkt man. Albert Glück ist um die fünfzig und sein Leben ist das Amt, 24 Stunden am Tag. Seine Welt sind Anträge, Formulare, Aktenordner und Mayonnaise. Er arbeitet nicht nur im Amt, er wohnt dort auch. Seit 35 Jahren… 


©Dumont Buchverlag

Dann wirbelt ein Antrag, E45, den es eigentlich nicht geben darf, der nichts beantragt und der einfach nicht verschwindet, sein ganzes wohl strukturiertes Beamten-Leben durcheinander.
Also muss er sich wohl oder übel auf den Weg in die Welt machen, um die Antragstellerin zu treffen. Und diese wirbelt sein Leben noch mehr durcheinander. Und aus seinem Büro wird ein „Glücksbüro“.

Meine Meinung:
Ein wirklich berührendes Buch, das mich lachen, weinen und ganz oft kopfschütteln ließ. Am Anfang kam ich etwas schwer ins Buch, aber dann… gelesen in einem Rutsch!

Albert lebt nach starren Regeln und festen Zeiten, ganz wie man sich einen Beamten vorstellt. Der Autor beschreibt ihn so gut, dass man den Staub riechen und das Grau spüren kann, beides umgibt Albert am Anfang. Sein Büro ist das einzige Büro des Amtes, welches sich den 60er-Jahre-Charme erhalten hat, in aller Konsequenz. Auch das ist so gut beschrieben, dass man es vor Augen hat.

Anna Sugus, die Antragstellerin, ist Künstlerin, wild bunt und chaotisch, ganz das Gegenteil von Albert, und so ist für ihn auch das Aufeinandertreffen erst einmal erschreckend.

Einmal die Luft „draußen“ geschnuppert, vergrößert Albert mutig und teilweise unbewusst „sein Spielfeld“, auf dem für ihn am wichtigsten die Linien sind. Es kommen immer neue Spielfiguren hinzu, teilweise von Anna geschickt, denen er bei ihren Anträgen hilft und so entsteht das „Glücksbüro“.

Auch bei diesem Buch habe ich keinen Buchstaben bereut, wenn der Anfang auch unerwartet ruhig war. Andreas Izquierdo beschreibt am Anfang des Buches das Amt, die Tage im Amt und auch die anderen Protagonisten auf sehr einfühlsame und amüsante Weise. Das Buch spielt überwiegend im Amt, so dass der Leser natürlich einen umfassenden, teilweise natürlich auch überspitzten, Einblick in das „Amtsleben“ erhält. Zu erwähnen seien
hier u.a. der „Hungerlauf“ oder die „sprechenden Türen“.

Albert habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen, ich wollte ihm immer am liebsten den Staub vom Revers klopfen und seinen sorgsam gezogenen Scheitel verwuscheln. Der Autor schafft es mit seinem schlichten und wundervoll bildhaften Schreibstil wirklich, dass man klare Bilder vor Augen und sogar Gerüche in der Nase hat.

Leider endet das Leben nicht vor der Tür des „Glücksbüros“ *seufz*, ich habe jede Menge Taschentücher verbraucht...

Fazit:
Ein Lesehighlight 2014, eine spannende, gekonnt erzählt und Liebe-volle Story, in der jedes kleinste Detail seinen Sinn hat und sich nach und nach zu einem großen Werk zusammen fügt. Ein Buch, welches mich nachhaltig beeindruckt hat und von dem ich finde, dass es unbedingt gelesen werden muss. Was ist Glück? Muss es immer das ganz große Glück sein? Muss es materielles Glück sein? Oder sind es die kleinen Dinge, die viel glücklicher machen können?
Ein berührendes leises Buch, nachdenklich machend, fesselnd.
Unbedingte Leseempfehlung!


                                                               5 von 5 Hintern!



Aber das war es noch nicht:
Hier kann man jetzt selbst einen Antrag auf Glück stellen, Glücksanträge genehmigen und Glück verschenken. Ein wunderbares Andenken und eine wunderbare Ehrung für Albert:



www.gluecksbuero.de
Anleitung zum Glücklichsein


Kommentare:

  1. Muss ich haben. Das klingt bezaubernd! <3

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  2. ich schick es dir mit dem Himmelsrand, du wirst es lieben und ich bin gespannt auf deine Meinung :)

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